Wenn jemand eine Reise tut..

..so kann er was erzählen: Eigentlich wäre hier Platz für 3-4 Beiträge, aber es lag auch alles so dicht beisammen, sodass alles zusammen gelandet ist.

Mallorca

Mich hat es mal wieder auf das Wasser gezogen, und so habe ich mir einen 7-tägigen Kojencharter auf Mallorca gebucht. Die Crew bestand aus 8 Leuten + Skipper, das Boot war ein etwas betagtes 46-Fuß Segelboot. Begrüßt wurden wir auf der Insel von Wolkenbrüchen und Unwettern, sodass wir Sorgen hatten, dass uns der Einkauf davon schwimmt. Damit muss man im Herbst wohl rechnen.. Wir haben uns dann aufgrund der Wind- und Wetterverhältnisse für einen Törn Rund Mallorca entschieden (im Uhrzeigersinn), siehe den von mir nachgezeichneten Törnverlauf:

Immer entlang der schroffen Steilküsten, einsame Villen und malerische Badebuchten wohin das Auge reicht.

Die Bedingungen waren überwiegend ideal. Kaum Welle, trotzdem schöner Wind bis ca. 20knts, viel blauer Himmel und wenig Wolken. Jeder durfte mal steuern, und das Segeln war einfach nur Spaß, auch wenn der Autopilot nicht funktioniert hatte und es keinen Plotter gab. Es war immer Gelegenheit ins tiefblaue, warme Wasser zu springen oder sich einfach in die Sonne zu legen. Das absolute Highlight war die Insel Cabrera, im Naturschutzgebiet südlich von Mallorca. Eine traumhafte Kulisse mit der Burgruine am Kopf der ruhigen Bucht, idyllisch und nur per Boot (oder Hubschrauber) zu erreichen.

Zu Schluss der Reise musste es unbedingt nach El Arenal gehen – was für ein Fehler. Dort wird täglich der wahre Untergang des Abendlandes gefeiert, jedes schlimme Klischee noch doppelt übertroffen. Mit entsprechendem Kater ging es dann weiter nach:

Sevilla

Die andalusische Hauptstadt zeigt sich mit großem Selbstbewusstsein, zu Recht: An all den Parkanlagen und historischen Kulissen kann man sich nicht satt sehen. Ein Besuch empfiehlt sich allerdings deutlich im Herbst, andernfalls wird man als gemeiner Mitteleuropäer auf der Stelle hinweg geschmolzen. Das Highlight ist wohl der Real Alcazar, in dem man locker einen halben Tag europäisch-arabische Gärten betrachten und einfach nur Schatten suchen kann. Selbst im Zentrum gibts locker an jeder Ecke urige Tapas-Lokale, und so lässt es sich wirklich aushalten.

Außerdem hab ich Freunde von Fuerteventura wiedergetroffen, zum Kochen getroffen (letztes Bild) und einfach nur eine gute Zeit gehabt.

Jeder Sommer hat mal ein Ende, und so ging es zum akklimatisieren nach..

Paris

..wo ich mich ja schon bestens auskenne. Für mich hat der Himmel nochmal 3 Tage blau gestrahlt, und so konnte ich in aller Ruhe wieder meine Favoriten abklappern: Musée d’Orsay, Maison Européenne de la Photographie und “mein” altes Viertel, Rue de Pyrénées, Parc Buttes-Chaumont und das Bellevilloise. Immer wieder gerne!

Achja, ich hatte noch große Sehnsucht nach Fuerteventura, was mir so ans Herz gewachsen ist; und bin sehr spontan noch für 5 Tage dort gewesen zum Tauchen, Entspannen und Genießen. Dazu bin ich vorher gar nicht genug gekommen, siehe die vorhergehenden Beiträge. Fotos gibts deshalb davon keine mehr ;-)

Ein kleines Dorf, irgendwo..

Letztlich hat mich der Herbst eingeholt, und so zeigt er sich dort, wo meine Reise vorerst endet:

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Endloser Sommer

Die heiße Jahreszeit lockt nicht nur Urlauber aus allen Ländern an den Strand, sondern durch unzählige Veranstaltungen auch Gäste und Einheimische auf die gesamte Insel.

Ein wesentlicher Termin im Kalender der Kanaren ist die Fiesta del Carmen auf Fuerteventura. Zu Ehren der Schutzheiligen aller Fischer wird eine Prozession durchgeführt, bei der eine Skulptur in der Kirche geweiht und anschließend per Boot entlang des Strands spazieren gefahren wird. In einem großen Pulk dahinter ist es für die übrigen das Ziel, sich gegenseitig so nass wie möglich zu machen, mit allen Mitteln (außer Kentern oder Versenken). Es artet damit für gewöhnlich in eine epische Wasserschlacht ohnegleichen aus, begleitet durch viel Musik, Sangria und Partystimmung. Außerdem finden viele Konzerte bis spät in die Nacht statt.

Das Ereignis schlechthin ist der jährliche Fuerteventura Worldchampionship im Windsurfen. Für alle Jünger des Sports herrscht dann 2 Wochen Ausnahmezustand, zudem wird im Großzelt “la carpa“ täglich bis spät in die Nacht gefeiert. 

Auch täglich starten allerhand größere und kleinere Schiffe in Morro zu Ausflügen auf’s Wasser. Der ungekrönte Herrscher und Star der Insel ist die Maxi, ein modernes Segelschiff, einst Teilnehmer des Volvo Ocean Race.

Mit vollen Segeln peitscht das Schiff über das Wasser, alle Gäste hängen bei voller Krängung auf der Kante oder auf Wunsch mithilfe eines Klettergurtes im Wasser. Im Selbstversuch musste ich mit Mühe meine Badehose am Mann halten, ein Mordsspaß und tolle Abwechslung zum Schnorchelausflug.

Wäre eine Kulisse für die Werbung des nächstenCampingbus mit Surfbrett auf dem Dach am idyllischen Strand gesucht, bei La Pared hätte man die Qual der Wahl. Ich konnte mir meinen Favoriten bereits heraussuchen. Statt Campingbus hieß es Schlafsack, Feuer und Musik am Strand, Sterne schauen und Wellenrauschen inklusive.

So werden auch die kurzen tauchfreien Tage zum Highlight, und der ganze Sommer zum Fest ohne Ende. Hin und wieder kann man auch die Ruhe im Inneren der Insel schätzen, wobei die Hitze ohne Meer (und ohne Wasser überhaupt) wirklich unangenehm ist.

Zum Ende des Sommers muss ich feststellen, dass die Haut braungebrannt, die Haare ausgeblichen und die Stimmung voller abenteuerlicher Geschichten leicht und ungetrübt ist – also genau das, was wir uns jedes Jahr von dieser Jahreszeit erhoffen..

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Begegnungen

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Das was jeden Ort so besonders macht, sind doch die Menschen, mit denen man seine Zeit verbringt.
Die Arbeit mit täglich neuen Menschen bringt immer wieder neue Erfahrungen, sodass kein Tag wie der andere ist. Da ist das Mädchen, das zum Tauchausflug kommt, obwohl es große Angst vor Wasser hat, weil sie als Kind beinahe ertrunken wäre. Natürlich hat das leider nicht geklappt. Da ist der ältere Herr, der eine schwere Krankheit hat und sich trotzdem unter seinen letzten großen Vorhaben im Leben auch das Tauchen gesetzt hat. Selten habe ich jemals so großen Respekt gehabt. Da sind die Pärchen im Urlaub, bei denen beim Gang ins bzw unter Wasser alle Zweifel auftauchen..als ob das Meer die innersten Unebenheiten frei spült, wie ein Spiegel des Ich.

Ganz besonders werde ich mich aber an zwei Menschen erinnern, die die Insel nun leider verlassen und weiter ziehen.

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Zwei Menschen, von denen ich Dinge wieder erfahren konnte, die ich wohl schon wieder vergessen hatte, nämlich unbeschwert und frei zu sein, auf Menschen zuzugehen ohne Vorbehalte. Wir hatten eine echt kurze aber starke Zeit über und unter Wasser. Ich habe Orte und Menschen kennen gelernt, die mir sonst wohl nie zugänglich gewesen wären. Obwohl es traurig ist, nun wieder getrennte Wege zu gehen, bin ich mir sicher dass beide noch großes und spannendes vor sich haben, wenn sie sich selbst weiter treu bleiben.

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Auch sonst gibt es immer wieder spannende Begegnungen, egal ob Reiseleiter, Tauchlehrer oder Animateur. Die Welt ist zu bunt, um zuhause zu bleiben. Der Verstand setzt die Grenzen.

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