Endloser Sommer

Die heiße Jahreszeit lockt nicht nur Urlauber aus allen Ländern an den Strand, sondern durch unzählige Veranstaltungen auch Gäste und Einheimische auf die gesamte Insel.

Ein wesentlicher Termin im Kalender der Kanaren ist die Fiesta del Carmen auf Fuerteventura. Zu Ehren der Schutzheiligen aller Fischer wird eine Prozession durchgeführt, bei der eine Skulptur in der Kirche geweiht und anschließend per Boot entlang des Strands spazieren gefahren wird. In einem großen Pulk dahinter ist es für die übrigen das Ziel, sich gegenseitig so nass wie möglich zu machen, mit allen Mitteln (außer Kentern oder Versenken). Es artet damit für gewöhnlich in eine epische Wasserschlacht ohnegleichen aus, begleitet durch viel Musik, Sangria und Partystimmung. Außerdem finden viele Konzerte bis spät in die Nacht statt.

Das Ereignis schlechthin ist der jährliche Fuerteventura Worldchampionship im Windsurfen. Für alle Jünger des Sports herrscht dann 2 Wochen Ausnahmezustand, zudem wird im Großzelt “la carpa“ täglich bis spät in die Nacht gefeiert. 

Auch täglich starten allerhand größere und kleinere Schiffe in Morro zu Ausflügen auf’s Wasser. Der ungekrönte Herrscher und Star der Insel ist die Maxi, ein modernes Segelschiff, einst Teilnehmer des Volvo Ocean Race.

Mit vollen Segeln peitscht das Schiff über das Wasser, alle Gäste hängen bei voller Krängung auf der Kante oder auf Wunsch mithilfe eines Klettergurtes im Wasser. Im Selbstversuch musste ich mit Mühe meine Badehose am Mann halten, ein Mordsspaß und tolle Abwechslung zum Schnorchelausflug.

Wäre eine Kulisse für die Werbung des nächstenCampingbus mit Surfbrett auf dem Dach am idyllischen Strand gesucht, bei La Pared hätte man die Qual der Wahl. Ich konnte mir meinen Favoriten bereits heraussuchen. Statt Campingbus hieß es Schlafsack, Feuer und Musik am Strand, Sterne schauen und Wellenrauschen inklusive.

So werden auch die kurzen tauchfreien Tage zum Highlight, und der ganze Sommer zum Fest ohne Ende. Hin und wieder kann man auch die Ruhe im Inneren der Insel schätzen, wobei die Hitze ohne Meer (und ohne Wasser überhaupt) wirklich unangenehm ist.

Zum Ende des Sommers muss ich feststellen, dass die Haut braungebrannt, die Haare ausgeblichen und die Stimmung voller abenteuerlicher Geschichten leicht und ungetrübt ist – also genau das, was wir uns jedes Jahr von dieser Jahreszeit erhoffen..

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Begegnungen

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Das was jeden Ort so besonders macht, sind doch die Menschen, mit denen man seine Zeit verbringt.
Die Arbeit mit täglich neuen Menschen bringt immer wieder neue Erfahrungen, sodass kein Tag wie der andere ist. Da ist das Mädchen, das zum Tauchausflug kommt, obwohl es große Angst vor Wasser hat, weil sie als Kind beinahe ertrunken wäre. Natürlich hat das leider nicht geklappt. Da ist der ältere Herr, der eine schwere Krankheit hat und sich trotzdem unter seinen letzten großen Vorhaben im Leben auch das Tauchen gesetzt hat. Selten habe ich jemals so großen Respekt gehabt. Da sind die Pärchen im Urlaub, bei denen beim Gang ins bzw unter Wasser alle Zweifel auftauchen..als ob das Meer die innersten Unebenheiten frei spült, wie ein Spiegel des Ich.

Ganz besonders werde ich mich aber an zwei Menschen erinnern, die die Insel nun leider verlassen und weiter ziehen.

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Zwei Menschen, von denen ich Dinge wieder erfahren konnte, die ich wohl schon wieder vergessen hatte, nämlich unbeschwert und frei zu sein, auf Menschen zuzugehen ohne Vorbehalte. Wir hatten eine echt kurze aber starke Zeit über und unter Wasser. Ich habe Orte und Menschen kennen gelernt, die mir sonst wohl nie zugänglich gewesen wären. Obwohl es traurig ist, nun wieder getrennte Wege zu gehen, bin ich mir sicher dass beide noch großes und spannendes vor sich haben, wenn sie sich selbst weiter treu bleiben.

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Auch sonst gibt es immer wieder spannende Begegnungen, egal ob Reiseleiter, Tauchlehrer oder Animateur. Die Welt ist zu bunt, um zuhause zu bleiben. Der Verstand setzt die Grenzen.

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Spuren im Sand

Die Sonne brennt, das Salzwasser und der Sand fressen an allen Oberflächen und hinterlassen ihre Spuren.

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Nach den letzten Wochen hat sich nun alles gut eingeschliffen. Die Abläufe sind klar, alle eingespielt, die Aufgaben und die Verantwortung wachsen. Früh gibt es meist einen anspruchsvollen Tauchgang, nachmittags Schnuppertaucher und Schnorchler, inklusive Vor- und Nachbereitung. Die Leuten wollen nicht nur unterhalten werden, bei dem allerersten Taucherlebnis muss Mut zugeredet werden und Sicherheit und Energie ausgestrahlt werden. Aber woher nimmt man die Energie, wenn man selbst gerade eine Mittagspause braucht?

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Die größte Motivation sind aber tatsächlich glückliche Leute, bei denen sich die Arbeit gelohnt hat. Das ist schon ein Unterschied zu tagtäglich am Computer zu sitzen..

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Ansonsten gab es noch einen Nachttauchgang, sowie Tieftauchgänge, die Grenzen werden damit ständig neu ausgelotet. Nebenbei lerne ich hin und wieder für die nächsten Scheine.

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Von der Insel hab ich den Norden entdeckt, die Sanddünen und das schöne Städtchen Corralejo lohnen die Fahrt. Mein Traum ist es, mal wieder richtig Windsurfen zu gehen, dafür herrschen hier perfekte Bedingungen.

Auf das mich der Wind nicht fortweht.

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